Firmenwagen: Was er dich wirklich kostet

Dein Firmenwagen ist nicht gratis.
Klingt hart, ist aber so.
In vielen Gesprächen über einen Jobwechsel im Bau oder im Service fällt irgendwann der Satz: „Und dazu gibt's noch einen Firmenwagen.“
Und fast immer wird er behandelt wie ein Geschenk obendrauf.
Ist er nicht. Er ist ein Teil deines Gehalts, und den bezahlst du mit.
Deshalb erkläre ich dir hier, wie das funktioniert. Kurz, ehrlich und ohne Fachchinesisch.
Eine Steuerberatung ersetzt das nicht, aber du gehst besser vorbereitet ins Gespräch.
1. Die Formel: 1 % plus 0,03 %
Darfst du den Wagen privat fahren, entsteht ein sogenannter geldwerter Vorteil.
Bei der pauschalen Methode sind das jeden Monat 1 % des Bruttolistenpreises.
Dazu kommen 0,03 % pro Kilometer einfacher Strecke zur Arbeit.
Dieser Betrag wird auf dein Brutto gerechnet und ganz normal versteuert. Sozialabgaben fallen auch an.
2. Ein Beispiel: 875 € im Monat
Listenpreis 50.000 €, Arbeitsweg 25 km.
1 % sind 500 €, 0,03 % × 25 km sind 375 €.
Macht 875 €, die jeden Monat als Einkommen auf deiner Abrechnung stehen.
Wie viel davon netto fehlt, hängt von Steuerklasse und Gehalt ab. Spürbar ist es aber immer.
3. Der Elektro-Trick: nur ein Viertel
Für reine E-Autos mit einem Bruttolistenpreis bis 100.000 € gelten 0,25 % statt 1 %.
Auch beim Arbeitsweg wird nur ein Viertel angesetzt.
Das gleiche Beispiel kostet dann 218,75 € im Monat statt 875 €.
Die Regel gilt bis Ende 2030. Plug-in-Hybride mit genug elektrischer Reichweite werden mit 0,5 % angesetzt.
4. Der Rabatt zählt nicht
Gerechnet wird mit dem Bruttolistenpreis bei Erstzulassung, inklusive Sonderausstattung.
Was dein Arbeitgeber tatsächlich bezahlt hat, spielt keine Rolle. Auch nicht, ob der Wagen geleast oder gebraucht ist.
Ein gut ausgestatteter Kombi kann also teurer werden, als er aussieht.
5. Fahrtenbuch statt Pauschale
Fährst du kaum privat, kann ein Fahrtenbuch günstiger sein.
Das muss aber lückenlos und zeitnah geführt werden. Eine lose Excel-Liste reicht nicht.
Lohnt sich vor allem, wenn du viel dienstlich und wenig privat fährst.
Deine Checkliste vor der Unterschrift
Darfst du den Wagen privat fahren, auch im Urlaub und im Ausland?
Gilt die Tankkarte auch privat?
Elektro, Hybrid oder Verbrenner – und hast du die Wahl?
Musst du zuzahlen? Vereinbarte Zuzahlungen senken den geldwerten Vorteil.
Was passiert bei Kündigung oder Freistellung?
Angebot mit Auto auf dem Tisch?
Wir rechnen mit dir durch, was am Ende wirklich übrig bleibt.
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Wir sagen dir ehrlich, ob das Paket gut ist und welche Fragen du noch stellen solltest.

